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Phthalate

Die Stoffklasse der Phthalate fasst Salze und Ester der o-Phthalsaure zusammen. Sie werden Kunststoffen wie z.B. PVC und Polystyrol zugegeben um sie biegsam und dehnbar zu machen. Wichtigster Vertreter dieser Stoffgruppe ist Diethylhexylphthalat (DEHP). Das Umweltbundesamt schatzt die jahrliche Produktion von DEHP allein in Deutschland auf etwa 100.000 Tonnen. Weitere Vertreter dieser Stoffgruppe sind Dibutylphthalat (DBP), Diisononylphtalat (DINP), Diisodecylphtalat (DIDP) und Benzylbutylphthalat.

Quellen für diese Substanzen im Innenraum können z.B. Teppichrücken, Synthetikteppiche, PVC-Böden, Vinyltapeten, Kunstlederbezüge, Dichtungen, Isolierungen, Lacke, Duschvorhange, Spielzeuge und Polsterstoffe sein. Erhöhte Konzentrationen können auch auf Emittenten wie Müllverbrennungsanlagen oder kunststofferzeugender Industrie in der Umgebung zurückzuführen sein. Einige dieser Phthalate werden auch Haushaltsmitteln wie z. B. Fußbodenreinigern zugesetzt. Weichmacher können über einen langen Zeitraum aus den betreffenden Kunststoffprodukten ausgasen. In der Luft werden Phthalate zwar relativ rasch abgebaut, durch ihre Bindung an Partikel (Hausstaub, Fasern von Textilien) wird dieser Abbau jedoch stark verzögert. Aufgrund dieses Effekts und der großen, noch zunehmenden Verbreitung reichern sich Phthalate in der Umwelt an und gelangen in die Nahrungskette. In fettreichen Lebensmitteln kann es zu einer Anreicherung von Phthalaten aus PVC-Verpackungen kommen. Einige Vertreter stehen im Verdacht krebserregend zu wirken. Der Einsatz von Phthalaten wird deshalb zunehmend kritisch gesehen. Seit Marz 2000 dürfen Spielzeuge für Kleinkinder keine Phthalate mehr enthalten.

Über die gesundheitliche Risiken von Phthalaten liegen bislang nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Am besten untersucht ist DEHP. Bei kurzzeitiger, hoher Exposition reizt DEHP Augen und Atemwege, Husten und Halsbeschwerden können auftreten. Wiederholter oder andauernder Hautkontakt mit DEHP kann Hautallergien bzw. Dermatitis hervorrufen, bei chronischer Exposition sind ernsthafte Leber- und Nierenschaden zu befürchten. In Tierversuchen wurde eine karzinogene Wirkung sowie Störungen des Hormonhaushalts beobachtet.

Messtechnisch  ergeben  sich bei den Phthalaten aufgrund des relativ hohen Siedepunktes die Möglichkeiten  der Analyse  im  Hausstaub und,  bei den leichterflüchtigeren Verbindungen dieser Substanzklasse, in der Raumluft.
 

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Dr. Dipl. Ing. Ulrich Weiss, Mobil: 0163-2597864  |  Impressum