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Pentachlorphenol (PCP) und Lindan

Pentachlorphenol (PCP) und Lindan gehören zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken ("Holzschutzmittelsyndrom") einerseits und der kostenintensiven Sanierung andererseits sind PCP- bzw. Lindanbelastungen haufig durch die Presse gegangen. Selbst Jahrzehnte nach der Anwendung werden teilweise hohe Konzentrationen dieser schwer flüchtigen organischen Substanzen in der Raumluft und im Hausstaub gefunden. Dabei können auch benachbarte, unbehandelte Flachen im Laufe der Zeit kontaminiert worden sein und heute als sogenannte Sekundarquellen wirken. Großflachige Sekundarquellen können selbst nach vollstandiger Entfernung der behandelten Hölzer erhöhte PCP-Raumluftkonzentrationen aufrechterhalten.

Bis zum Inkrafttreten der PCP-Verbotsverordnung 1989 wurden Holzschutzmittel, die Pentachlorphenol (PCP) enthielten, großflachig in mit Holz ausgebauten Innenraumen angewendet. Ein weiterer Bestandteil dieser Mittel war haufig gamma-Hexachlorcyclohexan, besser bekannt als Lindan, welches in einem Mengenverhaltnis PCP:Lindan von ca. 10:1 zugesetzt wurde. Als Verunreinigungen enthielten diese Produkte außerdem hochgiftige polychlorierte Dibenzodioxine und Furane (PCDD/PCDF).

Die vorbeugende Anwendung PCP-haltiger Holzschutzmittel erfolgte haufig bei tragenden und aussteifenden Hölzern, insbesondere im Dachstuhlbereich, bei Holztreppen, Holzgelandern, Holzfenstern und Außentüren. In Innenraumen können insbesondere bei Verwendung durch Heimwerker auch Holzverkleidungen, Vertafelungen, Schallschutzdecken und Holzfußböden belastet sein. PCP-haltige Holzschutzmittel wurden außerdem im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen bei Hausschwamm- und Insektenbefall appliziert.

Zusatzlich wurde PCP als Konservierungsstoff für Leder eingesetzt und kann z.B. in Sitzmöbeln vorliegen. Weitere Einsatzgebiete waren u. a. Schwertextilien (z.B. Teppichböden), Pappe und Klebstoffe.

Gesundheitliche Aspekte

Bei Personen, welche über einen langeren Zeitraum einer PCP/Lindan-Belastung ausgesetzt waren wurden folgende Symptome beobachtet: Kopfschmerzen, Übelkeit, Atembeschwerden, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Reizungen der Haut und Schleimhaute, Leberstörungen und Schwachung des Immunsystems. Diese Symptomatik wurde auch als "Holzschutzmittelsyndrom" bezeichnet

Nach der PCP-Richtlinie (1997) ist die Gesundheitsgefahrdung durch PCP-haltige Holzschutzmittel wie folgt zu bewerten:

"In Aufenthaltsraumen ist von einer möglichen gesundheitlichen Gefahrdung auszugehen, wenn die im Jahresmittel zu erwartende Raumluftkonzentration über 1 µg PCP/m3 Luft liegt. Bei Wohnungen oder bei anderen Raumen, in denen sich Personen über einen langeren Zeitraum regelmaßig mehr als 8 Stunden am Tag aufhalten,... , ist jedoch eine gesundheitliche Gefahrdung schon dann möglich, wenn die im Jahresmittel zu erwartende Raumluftkonzentration unter 1 µg PCP/m3, aber über 0,1 µg PCP/m3 liegt und gleichzeitig im Blut eine PCP-Belastung von mehr als 70 µg PCP/l (Serum) oder im Urin eine PCP-Belastung von mehr als 40 µg PCP/l vorliegt."

Untersuchung und Sanierung

Sofern ein konkreter Verdacht besteht, dass bestimmte Holzflachen mit PCP–haltigen Mitteln behandelt wurden, kann dies durch Analyse von Materialproben überprüft werden.

Wenn der vermuteten Belastung keine eindeutige Quelle zugeordnet werden kann, kommen Hausstaub- oder Raumluftuntersuchungen in Frage. PCP und Lindan gehören zu den Schwer Flüchtigen Organischen Substanzen (SVOC) und sind deshalb in der Raumluft oft nur schwer nachzuweisen. Der ausgasende Schadstoff lagert sich bevorzugt an Staubpartikel an. Bei der Staubprobenahme wird gemaß VDI Richtlinie 4300 eine reprasentative, definierte Flache von ein bis zwei Quadratmetern zunachst gründlich gereinigt. Nach sieben Tagen ohne weitere Reinigung wird dann der Staub durch einen speziellen Planfilterhalter gesaugt und analysiert.

Nur falls erhöhte Werte in Blut oder Urin gefunden wurden, oder als Kontrollmessung nach einer Sanierung, ist eine direkte Untersuchung der Raumluft anzuraten. Raumluftproben werden nach VDI 4300 bzw. VDI 4301 mittels einer Probenahmepumpe unter Verwendung von Tenax als Adsorbens gewonnen.

Die wirksamste und sicherste Sanierung belasteter Raume besteht in der Entfernung aller behandelten Hölzer. Unter Umstanden können die Emissionen auch durch Abhobeln oder Beschichten deutlich verringert werden.

Wesentlich ist in jedem Fall eine umfassende Erhebung der belasteten Materialien. Bei sehr hohen Belastungen im behandelten Holz kann es auch zu relevanten Sekundarkontaminationen kommen, d.h. ursprünglich nicht behandelte Flachen oder Textilien haben so viel Schadstoffe aufgenommen, dass sie als sekundare Schadstoffquelle wirken und entfernt werden müssen.
 

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Dr. Dipl. Ing. Ulrich Weiss, Mobil: 0163-2597864  |  Impressum