[Startseite] [Innenraumschadstoffe] [Schimmelpilze] [Fogging] [Immobiliencheck] [Leistungen] [Kontakt]
Suche
Chemische Innenraumschadstoffe

 

Hier finden Sie weitere
Informationen zu den
genannten Schadstoffen
[Asbest]
[Formaldehyd]
[Holzschutz + Pestizide]
[PAK]
[PCB]
[Lösungsmittel]
[Sonstige]

PAK

In der Außenluft können über 200 Einzelsubstanzen aus der Stoffgruppe der Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden. PAK sind Bestandteile fossiler Brennstoffe und deren Produkte wie Steinkohleteer, Gussasphalt, Benzin, Diesel und Heizöl. Außerdem entstehen PAK überall dort, wo unvollstandige Verbrennung stattfindet.

Im Wohnbereich stellen teerhaltige Parkettkleber und Kleber für andere Bodenbelage sowie teerhaltige Ausgleichsschichten haufig diskutierte Quellen für PAK dar. Diese Materialien wurden bis Mitte der Siebzigerjahre haufig verwendet. Auch danach kamen PAK-haltige Kleber noch vereinzelt zum Einsatz. Durch das Begehen sich ablösender Böden mit teilweise offenen Fugen entsteht eine Pumpwirkung, welche die PAK an die Oberflache bringt. Die Aufnahme erfolgt durch verschlucken, über die Haut und die Atemluft.

Als weitere Quellen kommen Abgase aus der Außenluft an stark befahrenen Strassen, Zuluft aus Tiefgaragen und Tankanlagen, undichte Abluftführungen aus Feuerungsanlagen, PAK-haltige Holzschutzmittel, Schwelbrande und Zigarettenrauch in Frage.

Unter dem Aspekt der Altlastenbearbeitung kommt den PAK als Boden- und Grundwasserkontaminanten sowie bei Gebaudesanierung und Abbruch eine sehr große Bedeutung zu (s. Immobiliencheck).

Gesundheitliche Aspekte

PAK-Gemische sind krebserregend und fruchtschadigend. Danaeben wurde über Schadigungen des Immunsystems berichtet. Die Toxizitat nimmt generell mit steigendem Molekülgewicht zu. Auf dem Fußboden spielende Kinder sind besonders gefahrdet.

Im Zuge eines Human-Biomonitorings können PAK-Abbauprodukte im Urin nachgewiesen werden. Ein Biomonitoring ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die erhöhte Exposition durch Messungen belegt ist.

Untersuchung und Sanierung

Besteht aufgrund des Vorliegens schwarzer Kleber oder Ausgleichsschichten der Verdacht auf eine PAK-Belastung, bietet sich zunachst die Untersuchung einer Materialprobe an. Wird so der Verdacht bestatigt, ist unter Berücksichtigung des Zustands des Bodenbelags durch weitergehende Untersuchungen zu klaren, wie hoch die Gefahrdung der Nutzer bzw. wie dringlich eine etwaige Sanierung ist. Hier kommen Hausstaub und Raumluftuntersuchungen in Betracht.

Wasserlöslichkeit und Flüchtigkeit der PAK nehmen mit zunehmendem Molekulargewicht stark ab. Um die toxischeren hochmolekularen Einzelsubstanzen sicher erfassen zu können ist einer Untersuchung des Hausstaubs gegenüber einer Raumluftuntersuchung besser geeignet. Von einer Untersuchung des Staubsaugerbeutelinhalts ist allerdings abzuraten, da die üblichen Staubsauger den höher belasteten Feinstaub kaum zurückhalten und die ermittelte PAK-Konzentration keinem definierten Zeitraum zugeordnet werden kann. Es wird deshalb eine Probenahme durch Absaugen einer definierten, reprasentativen Flachen mit einem speziellen Filterhalter nach einer 7 Tage zurückliegenden Grundreinigung empfohlen.

Bei der Analyse werden standardmaßig 16 Einzelstoffe untersucht und bewertet. Zur Bewertung der Belastungssituation wird als Leitsubstanz haufig Benzo-a-Pyren (BaP) herangezogen. Das Umweltbundesamt (1998) rat bei Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg BaP im Hausstaub zu expositionsmindernden Maßnahmen.

Ist der Boden in einem guten Zustand (keine offenen Fugen und Rander, keine losen Stabe) kann auf eine Sanierung verzichtet werden. Eine Sanierung durch vollstandige Entfernung der PAK-haltigen Materialien ist sehr aufwandig. Nach Entfernen des Parketts bzw. Bodenbelags wird der Kleber bzw. Heißasphalt durch Abfrasen des Klebers oder Ausstemmen des kompletten Estrichs. Da hierfür weitreichende Schutzmaßnahmen erforderlich sind, sollten die Maßnahmen durch eine spezialisierte Sanierungsfirma durchgeführt werden.

PAK-haltige Abfalle aus Sanierung und Abbruch sind getrennt und in Abhangigkeit von der Höhe der Belastung auf einer dafür zugelassenen Deponie zu entsorgen. Durch die erforderliche Wiederherstellung des Bodenbelags entstehen weitere hohe Kosten.

Eine kostengünstigere Alternative kann bei schadhaftem aber erhaltungswürdigem Parkett eine Versiegelung der Flache und insbesondere der Rander darstellen.
 

 Startseite -> Chemische Innenraumschadstoffe  -> PAK 


Dr. Dipl. Ing. Ulrich Weiss, Mobil: 0163-2597864  |  Impressum