Organozinnverbindungen
Zinnorganische Verbindungen wie Tributylzinn (TBT) werden Kunststoffen als Stabilisatoren zugegeben. Die Stabilisatorzusatze schützen Kunststoffmaterialien vor nachteiligen Wirkungen von Licht und Hitze und tragen damit wesentlich zur Verlangerung der Lebensdauer dieser Produkte bei. Zu erhöhten Konzentrationen kann es im Innenraum z.B. durch ausgasende PVC-Böden oder anderen großflachigen
Kunststoffoberflachen kommen. Sie können in Textilien, Wasserrohren, Folien oder Lebensmittelverpackungen enthalten sein. Sie dienen außerdem als Konservierungsmittel in wasserverdünnbaren, insbesondere "schimmelfesten" Anstrichen. Zinnorganische Verbindungen können Schadigungen des Immun- und Nervensystem sowie Störungen des Hormonhaushalts verursachen. Sie werden durch Inhalation von Staub oder auch durch Hautkontakt aufgenommen
werden. Die Aufnahme kann auch oral über die Nahrung erfolgen. Aufgrund des langsamen Abbaus dieser Verbindungen im Körper kann es zu einer Anreicherung im Gewebe kommen. Kleinkinder sind aufgrund ihres direkten Kontaktes zum Boden haben besonders gefahrdet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt eine tolerierbaren Tagesdosis von 0,25 µg TBT je Kilogramm Körpergewicht. Stellt sich konkret die Frage, ob z.B. ein
PVC-Boden belastet ist, kann dies durch die Untersuchung einer Materialprobe geklart werden. Bei unspezifischem Verdacht empfiehlt sich aufgrund der geringen Flüchtigkeit eine Hausstaubuntersuchung. Bestatigt sich dieser Verdacht, sollte die Schadstoffquelle beseitigt werden. |